Wie unser Hari das Sitzen lernte

Viele von euch kennen sicher schon Hari, unseren Dackel. Hari ist vor 4 Jahren aus einem Tierheim zu uns gekommen und wurde damals vom Tierarzt auf ca. 4 Jahre geschätzt. Er war damals sicher schwer traumatisiert, zumindest wusste er nicht wie man spazieren geht und wenn man es versucht hat, hat er sich vor allem gefürchtet. Vor Autos, Traktoren, großen Hunden, kleinen Kindern. Mit viel Geduld und Aufmerksamkeit haben wir es geschafft, dass er gerne spazieren geht und sich auch immer darauf freut.

Letztes Jahr hat ein Freund von uns einen Australian Shepherd Welpen bekommen und mit dem Hundetraining begonnen. Bis dahin haben wir nicht wirklich gewusst wie man dabei vorgeht (und uns auch nicht wirklich damit beschäftigt, wir haben uns gedacht Hari ist schon zu alt dafür). Als wir dann gesehen haben, dass es dabei spezielle “Tricks” und Vorgehensweisen gibt, haben wir überlegt ob Hari nicht vielleicht doch zumindest “Sitz” lernen könnte. Als wir unserem Freund von unserem Vorhaben berichteten, gab er uns seine Welpen-Lernkarten und wir begannen mit dem Training.

Lernkarten

Spiele-Box (nicht nur für Welpen!) (pp)
Spiele-Box (nicht nur für Welpen!) (pp)
Hilfreiche Lernkarten. (pp)
Hilfreiche Lernkarten. (pp)
Hilfreiche Tips. (pp)
Hilfreiche Tips. (pp)

Phase 1: Merkwort lernen

Zu Beginn muss man dem Hund ein Wort beibringen, das er mit etwas Positivem assoziiert. Am einfachstes geht das natürlich mit Leckerlis. 🙂 Wir haben Hari im Laufe von ein paar Tagen immer wieder mal ein Stückchen Extrawurst o.Ä. gegeben und dabei “Ja!” gesagt. So merkt er sich, dass “Ja” etwas Gutes bedeutet, auch wenn er nicht gleich ein Leckerli bekommt (siehe auch Clicker Training).

Phase 2: Hand anstupsen

Als Ausgangsphase für viele Kommandos ist es gut, wenn der Hund auf die Hand des Trainers konzentriert ist. Deswegen bringt man ihm, wenn er das Merkwort kennt, bei, auf Kommando die Hand anzustupsen. Wenn der Hund noch nicht weiß was er tun soll, stupst man einfach mit seiner Hand die Nase an und sagt “Ja” (oder ein anderes gelerntes Wort) und gibt ihm ein Leckerli. Mit dieser Methode hat Hari sehr schnell gelernt auf Befehl die Hand anzustupsen. Dabei ist meiner Meinung nach wichtig den Hund nicht zu belohnen, wenn er das ohne Befehl macht.

Phase 3: Sitz

Als Hari wusste, dass er die Hand anstupsen soll, gingen wir zum “Sitz” üben über. Dazu hält man die Hand ein bisschen über seinen Kopf, sodass er sich hinsetzen muss, um die Hand berühren zu können. Dabei sagt man “Sitz” und belohnt ihn mit dem Merkwort oder einem Leckerli. Schneller als erwartet reagierte Hari auf den Befehl ohne ein Handzeichen. Interessant finde ich in dem Zusammenhang auch, dass er sich früher überhaupt nie hinsetzte, entweder er stand oder lag wenn er auf etwas wartete 😀 Jetzt sitzt er sich oft einfach so hin und schaut erwartungsvoll.

Zur richtigen Zeit belohnen! (pp)
Zur richtigen Zeit belohnen! (pp)

Phase 4: Platz

Nachdem Hari so schnell “Sitz” gelernt hatten, waren wir eigentlich schon ziemlich begeistert. Mit dem hatten wir eigentlich gar nicht gerechnet und so steckten wir uns schnell neue Ziele. Dieser Trick fiel Hari um einiges schwieriger als “Sitz” zu lernen. Wenn man der Beschreibung der Karte folgt, sollte man den Hund zuerst dazu bringen sich hinzusetzen und dann die Hand am Boden legen und dem Hund zeigen, dass ein Leckerli darunter liegt. Im besten Fall legt sich der Hund dann hin um das Leckerli zu erreichen. Hari hielt davon gar nicht viel und versuchte einfach die Hand weg zu schieben.

Ein guter Tipp der Lernkarten war, sich nahe an die Wand o.Ä. zu sitzen und den Fuß in der passenden Höhe dagegen zu stützen, so dass der Hund nicht stehend durch passte. Dann sollte man ihm auf der anderen Seite ein Leckerli zeigen und um das zu erreichen müsste er dann liegend unter dem Fuß durch robben. Anfangs gefiel das Hari gar nicht, er wusste zwar was wir von ihm erwarteten, er wollte aber unbedingt stehend unter dem Fuß durch. Nach einigen Tagen allerdings stellte er dann fest, dass liegen doch nicht so schlimm ist 🙂

Als nächsten Schritt gingen wir dann wieder zum Üben mit dem Leckerli unter der Hand über und siehe da, er legte sich hin um das Leckerli zu bekommen.

"Platz" klappt schon fast immer :) (pp)
“Platz” klappt schon fast immer 🙂 (pp)

Mittlerweile legt er sich auch manchmal schon hin, wenn man die Hand in Kniehöhe ausgestreckt hinhält und manchmal muss man die Hand wieder vor ihm auf den Boden legen. Ich bin mir noch nicht sicher ob der den Befehl “Platz” schon verstanden hat oder ob er einfach versucht, ob hinlegen dazu führt ein Leckerli zu bekommen.

Hmmm, lecker schlecker Leckerli! (pp)
Hmmm, lecker schlecker Leckerli! (pp)
Hari bleibt auch schon brav liegen :) (pp)
Hari bleibt auch schon brav liegen 🙂 (pp)
Brav! (pp)
Brav! (pp)

Spielen

Zwischendurch mal mit Decke oder Teppich kuscheln! (pp)
Zwischendurch mal mit Decke oder Teppich kuscheln! (pp)

Weitere Tricks

Damit Hari ein bisschen Abwechslung zwischen Hand anstupsen, sitzen und liegen bekommt, überlegen wir uns natürlich, was wir als nächstes mit ihm üben sollen. Ganz zu Beginn haben wir uns gleich ein Sackerl zum Apportieren besorgt, das man ihm zuerst mal schmackhaft machen muss. Dazu füllt man Leckerlis ein und zeigt es dem Hund. Wenn er das Sackerl in die Schnauze nimmt und wieder ablegt, soll man ihm ein Leckerli aus der Tasche geben. Später dann legt man das Sackerl dann weiter weg und wenn er es aufnimmt, zieht man es an der Schnur zu sich und gibt ihm eine Belohnung. Dies wird dann solange gesteigert bis man das Sackerl wirft und er es selbst bringt. Doch derzeit zeigt Hari gar kein Interesse daran, nicht mal wenn er weiß, dass Futter drinnen ist. Auch Tennisbälle und Stöcke interessieren ihn gar nicht 🙂

Kleines Bag zum Apportieren üben. (pp)
Kleines Bag zum Apportieren üben. (pp)

Fazit

In den letzten Wochen haben wir mit Erstaunen festgestellt, dass Hari eindeutig nicht zu alt ist, um etwas zu lernen. Er hat auch sichtlich Spaß daran, auf Kommando Hände anzustupsen und sich hinzusetzen, wenn er merkt, dass wir uns darüber freuen.

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