Eine riesige Krenwurzel

Darf ich vorstellen: Kren

In letzter Zeit habe ich viel über Gewürze und Kräuter recherchiert, vor allem auch, weil ich jetzt selber auf meinem Balkon Kräuter anbaue. Außerdem habe ich vor etwas mehr als einer Woche einige geniale Bücher erhalten, in denen ich mich über verschiedene Themen schlau gemacht habe. Da gerade die perfekte Erntezeit für Kren war (mehr dazu später) und ich ein super Rezept für euch habe, ist mir die Entscheidung nicht schwer gefallen, euch das Wurzelgemüse Kren vorzustellen. Ich hoffe du erfährst Neues über Geschichte, Verwendung, Anbau und Ernte dieser tollen Wurzel.

Andere Bezeichnungen

Um gleich zu Beginn Verwirrungen aus dem Weg zu schaffen: Kren ist die österreichische Bezeichnung für den in Deutschland bekannten Meerrettich. Bezeichnungen in mehr als 60 Sprachen findet ihr auf dieser Seite.

Herkunft & Wissenswertes

Lateinischer Name: Aromarica rusticana

Man vermutet, dass der Kren aus Ost- und Südeuropa kommt. In Deutschland (und vermutlich Österreich) wird er seit dem Mittelalter angebaut. In der heutigen Zeit gibt es ihn überall in Mitteleuropa und teilweise auch in verwilderter Form in Osteuropa (Russland und Ukraine).

Kren- bzw. Meerrettich-Staude im Garten.
So schaut die Kren-Staude aus.

Wusstest du, dass Krenweiberl früher eine Bezeichnung für Frauen war, die mit Körben auf dem Rücken am Markt Kren und andere Gewürze verkauften?

Anbau, Ernte & Verwendung

Die beste Anbauzeit ist bald vorbei, die ist in den Monaten März/April. Angebaut werden Wurzelstücke (die auch Fechser genannt werden), denn Samen gibt es beim Kren keine. Die Fechser werden schräg in die Erde gesteckt und zwar so, dass das Ende ca. 15 cm unter der Erde ist und das obere Stück 5 cm. Eine sehr detaillierte Anbauanleitung findet sich hier.

Krenwurzen benötigen auch etwas Pflege um gut zu gedeihen. Die Pflanzen müssen regelmäßig gegossen werden, speziell wenn es sehr trocken ist. Im Juni und im August müssen die Seitentriebe abgebrochen werden, so dass nur die stärksten bleiben. Anschließend die Erde wieder über die Triebe schaufeln.

Geerntet werden darf in allen Monaten, die ein “R” enthalten, also von OktobeR bis ApRil.

Ich beim Ausgraben der Krenwurzel (Meerrettich-Wurzel).
Harte Arbeit 😉
Ich beim Ausgraben der Krenwurzel (Meerrettich-Wurzel).
Das Ding wehrt sich!
Ich mit meiner ausgegrabenen Wurzel.
Geschafft! Etwas mickrige Ausbeute aber fürs Foto reicht’s 😉

Wenige Tage nachdem ich diese kleine Wurze ausgegraben habe, haben die Schwiegereltern ein etwas größeres Teil ausgegraben, das ich dann zu Kren im Glas verarbeitet habe 🙂

Eine riesige Krenwurzel
Das 400 g Gerät 😉

Man kann den Kren im Keller in Sand eingelegt lagern oder einfach in der Erde lassen und bei Bedarf ernten. Ich habe auch kleine Stücke eingefroren, von denen ich etwas herunter reibe wenn ich es benötige.

Das Kren-Jahr im Überblick:

  • März/April: Anbau
  • Juni & August: Seitentriebe abbrechen und wieder zuschaufeln
  • Oktober – April: Ernte

Die Triebe, die nicht ausgegraben werden, können wieder austreiben und zu neuen Krenpflanzen werden!

Rote Rüben Kren Aufstrich von Spar Vital
Nicht nur ich finde Rote Rüben + Kren super!

Typischerweise isst man Kren zum Beispiel mit Senf zu Frankfurter Würsteln oder zum Tafelspitz. Ich habe euch auch schon mal das Krenfleisch von Oma vorgestellt. Ich finde, dass Kren auch sehr gut zu roten Rüben passt, deshalb kommt es bei mir immer in den roten Rüben Salat. Meine Schwester hat mir einen tollen Tipp gegeben: Der Rote Rüben Kren Aufstrich von Spar Vital. Ich durfte ihn kosten und ich finde ihn auch toll! Unlängst habe ich auch einen Roten Rüben Strudel mit Kren gemacht, den ich euch hier vorstellen möchte 🙂

Übrigens kann man auch die Blätter von der Krenpflanze verwenden und zum Beispiel in einen Salat geben. Der Geschmack ist ähnlich aber weniger intensiv als der von der Wurzel.

Den Kren sollte man erst kurz vor der Verwendung schälen und reiben, da sonst der Geschmack verfliegt. Oder man kann ihn auch wie weiter unten beschrieben zu “Kren im Glas” verarbeiten.

Rezept: Roter Rüben Strudel mit Kren

Als Ausgangsbasis für den Rote Rüben Strudel habe ich dieses Hirsestrudel Rezept genommen.

115 g Hirse
200 ml Milch
1 Pkg. Strudelteig (+ evtl. Butter)
100 g rote Rüben
100 g Feta
1 kl. Zwiebel
Öl
Rosmarin
2 Eier
Salz, Pfeffer

Backrohr auf 175°C vorheizen.

Die Hirse heiß abspülen. Die Milch aufkochen lassen und dann die Hirse einrühren. Für 5 Minuten kochen, von der Platte nehmen und zugedeckt noch 15 Minuten stehen lassen. Ich kannte diese Methode Hirse zu kochen nicht und ich fand sie sehr gut!

Die Zwiebel fein schneiden und in einer Pfanne anbrutzeln. Die Rüben und den Feta würfeln und dazu geben. Die Eier dazu rühren. Salzen, pfeffern und mit Rosmarin würzen.

Den Strudelteig bei Bedarf nach Packungsanleitung vorbereiten und auf einem Backblech ausbreiten. Die Masse darauf ausbreiten und den Strudelteig einklappen.

Den Strudel für mindestens 25 Minuten backen bis er schön braun ist.

Die Füllung für den Rote-Rüben-Strudel.
Die Füllung für den Rote-Rüben-Strudel.
Die Rote-Rüben-Füllung am Strudelteig.
Ordentlich mit Kren bestreuen.
Eine Portion Roter-Rüben-Strudel mit Kren.
Mahlzeit!

Rezept: Kren im Glas

Ich war entzückt als ich in meinem neuen Buch Fermentieren ein Rezept mit Kren gefunden habe. Das musste natürlich auch in diesen Blogpost. Jeder von euch kennt wahrscheinlich Kren im Glas, den man super zu Fisch, Würsten oder zur Jause essen kann. Den kann man eigentlich relativ einfach selber machen und man braucht nur wenige Zutaten.

100 g Krenwurzel
4 EL Essig
1/2 TL Salz
1 Einmachglas
Kren im Glas
Kren im Glas.

Die Krenwurzel schälen und von holzigen Teilen befreien. Anschließend mit einer feinen Reibe reiben. Dabei musst du echt vorsichtig sein, die Öle brennen ziemlich in den Atemwegen! Ich habe den Dunstabzug eingeschaltet und die Fenster aufgemacht und trotzdem einige scharfe Luftzüge abbekommen.

Den geriebenen Kren, Essig und Salz in einer großen Schüssel gut abmischen. Auch hier wieder aufpassen, es steigen sehr scharfe Dämpfe auf!

Dann musst du nur noch das Gemisch in ein Glas geben, gut verschließen und für 7 Tage an einen dunklen Ort stellen. Danach kommt er in den Kühlschrank. Anfangs hat er sehr stark nach Essig gerochen, aber das hat nachgelassen. Er riecht noch ziemlich scharf aber schmeckt eher mild, ich weiß nicht ob das an der Wurze liegt oder an meiner Zubereitungsart!

Weitere Infos

Bücher, in denen ich nachgeschlagen habe:

2 thoughts on “Darf ich vorstellen: Kren”

    1. Hi, das freut mich! Die Regel besagt zwar man soll es im März/April machen aber ich denke, diese Wurzel ist so widerstandsfähig, da sollten ein paar Wochen zu spät auch nicht schaden … Vielleicht wird’s dann einfach nicht so groß wie wenn man es rechtzeitig ansetzt!

      LG,
      Verena

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